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Windkraftwerk in den Alpen
Wer Richtung Süden die Ebene verlässt und in die Alpen kommt, kann sich wundern, warum keine Windräder zu sehen sind. Umso mehr, wenn er einen Ausflug in die Höhe wagt und am eigenen Körper spürt, welches Energiepotential an seiner Kleidung zerrt. Die Antwort dafür ist einfach: Es fehlt an einer geeigneten Regelung, um bei stark wechselnden Windverhältnissen am Generator die geforderte Drehzahl in einem Bereich zu bekommen, der für die Stromerzeugung taugt. Windstöße belasten dazu Flügel und das dem Generator vorgeschaltete Getriebe sehr. Heutige Windkraftwerke werden einmal durch Blattverstellung geregelt, und damit man den Strom einspeisen kann, zusätzlich durch Frequenzumwandler. Abgesehen davon, dass ein so geregeltes Windkraftwerk nur innerhalb eines beschränkten Bereiches der Windgeschwindigkeit arbeiten kann, muss sich die Blattverstellung nach den Bedürfnissen der Generatoren richten und nicht nach der besten Ausbeute der Windgeschwindigkeit. Dagegen Abhilfe schaffen neuerdings hydrostatische Überlagerungsgetriebe zwischen Windrad und Stromgenerator. Treten Windböen in Stößen auf, dann bleibt einmal das Probleme durch Überlastung und dann das Problem einer mangelnden Verstellgeschwindigkeit. Wenn nicht alles, technisch kann man sehr viel machen. Nur, jemand muss es bezahlen. So teuer auch die in der Gondel verpackte Technik, die heute geboten wird, ist, sie erlaubt nur einen bedingten Einsatz im Hochgebirge.
Gravierenderes Problem ist aber die fehlende Zugänglichkeit im Gebirge um dem heutigen Gigantismus gerecht zu werden. Wie wir im vorhergehenden Kapitel "Windkraftwerke" beschrieben haben, rechnen sich Windparkanlagen mit Kolbenpumpen auch mit vielen kleinen Turbinen. Weiterhin hat man im Gebirge ideale Gefälle um in Speicherbecken das Wasser hoch zu pumpen und so zu speichern. Speicherbecken die zur Wasserversorung mehr als gefragt sein dürften, wenn durch die Erderwärmung die Gletscher verschwinden.
Auch für touristische Zwecke können Speicherbecken, denn solche braucht es für einen geschlossenen Kreislauf immer, genutzt werden. Was Kraftwerke an Wirkungsgrad verlieren, kommt wieder als Wärme heraus und erwärmen in unserm Fall das Wasser. Also man bekommt einen angenehmen Badesee im Hochgebirge, das müßte sich doch gut vermarkten lassen.
